Von Montag, 10. August, bis Sonntag, 16. August 2026 gehen im Alexander Stadium von Birmingham die 27. Leichtathletik-Europameisterschaften über die Bühne. Mit der Rekordzahl von 1.645 Athletinnen und Athleten aus 49 Nationen ist für hochklassigen Sport gesorgt. In insgesamt 50 Bewerben werden die Europameistertitel vergeben.
Der Österreichische Leichtathletik-Verband entsendet mit 24 Aktiven das größte EM-Team seiner Geschichte. Besonders erfreulich aus Vorarlberger Sicht: Mit Isabel Posch und Lisa Redlinger von der TS Lustenau sowie Theresia Emma Mohr von der TS Egg haben gleich drei VLV-Athletinnen den Sprung ins österreichische Aufgebot geschafft.
Isabel Posch über 100 Meter und mit der Staffel
Isabel Posch qualifizierte sich mit ihrem österreichischen Rekord von 11,10 Sekunden direkt für den 100-m-Sprint. Noch vor zwei Jahren war die damals 24-Jährige bei der Europameisterschaft in Rom als Siebenkämpferin im Einsatz und erreichte den starken 15. Platz. Es sollte ihre letzte Saison als Mehrkämpferin sein, denn seit 2025 konzentriert sie sich auf den Sprint.
In ihrer neuen Disziplin gelang der 26-Jährigen in diesem Jahr der endgültige Durchbruch. Bereits im Winter qualifizierte sie sich über 60 Meter für die Hallen-Weltmeisterschaften in Toruń. Im Juni sorgte sie schließlich mit 11,10 Sekunden über 100 Meter für einen Knalleffekt und stellte einen neuen österreichischen Rekord auf.
Neben dem Einzelbewerb ist Posch auch ein wichtiger Bestandteil der österreichischen 4-mal-100-Meter-Staffel. Als verlässliche Schlussläuferin war sie maßgeblich an den starken Leistungen des Quartetts beteiligt. In Regensburg verbesserte die Nationalstaffel den österreichischen Rekord auf 43,11 Sekunden. In Birmingham möchte Posch sowohl im Einzel als auch mit der Staffel den Einzug in die nächste Runde schaffen.
„Konkrete Ziele, was Zeiten und Platzierungen angeht, setze ich mir nie. Ich will Spaß haben, mit Köpfchen an die Sache herangehen und technisch saubere Rennen abliefern. Und dann schauen, was herauskommt – das ist wie immer mein Motto“, so Posch.
Lisa Redlinger feiert ihr EM-Debüt
Einen beeindruckenden Leistungssprung machte in dieser Saison Lisa Redlinger. Die 23-jährige Langstreckenläuferin stellte bereits im April mit 15:34 Minuten einen neuen österreichischen Rekord im 5-km-Straßenlauf auf und qualifizierte sich damit zugleich für die Straßenlauf-Weltmeisterschaften im September.
Auch auf der Bahn zeigte die Vorarlberger Jungunternehmerin eine bemerkenswerte Entwicklung. Ihre bisherige Bestleistung über 5.000 Meter steigerte sie im Laufe der Saison von 16:36,10 Minuten auf ausgezeichnete 15:12,03 Minuten. Damit rückte auch der österreichische Bahnrekord in greifbare Nähe.
Über das World Ranking sicherte sich Redlinger einen der nur 25 Startplätze für Birmingham. Als Zwölfte der Meldeliste steht sie direkt im Finale und darf auf ein schnelles Rennen mit starker internationaler Konkurrenz hoffen.
„Mein erstes Ziel ist der österreichische Rekord, den möchte ich brechen. Eine Top-Ten-Platzierung wäre das nächste Ziel. Aber man kann bei Meisterschaftsrennen nie vorhersagen, ob sie schnell oder taktisch werden. Ich freue mich schon auf meine erste EM bei den ‚Großen‘ und darauf, in einem starken Rennen zu laufen. Vor der Saison hätte ich mir nie vorstellen können, bei der EM dabei zu sein. Nach dieser guten Saison ist mir das Dabeisein aber nicht genug – ich möchte mit einer Top-Platzierung und einer Top-Zeit nach Hause fliegen“, blickt Redlinger ihrem EM-Debüt erwartungsvoll entgegen.
Theresia Emma Mohr erstmals bei einer EM der Allgmeinen Klasse
Auch Theresia Emma Mohr schaffte über das World Ranking die Qualifikation für Birmingham. Die erst 19-jährige Athletin der TS Egg wird im Halbmarathon-Straßengehen an den Start gehen. Damit erfüllt sich für die ÖLV-Nachwuchsathletin des Jahres 2025 ein großes Saisonziel.
Mohr hatte bereits im Vorjahr mit Platz sieben und österreichischem U20-Rekord über 10.000 Meter Gehen bei der U20-Europameisterschaft in Tampere international auf sich aufmerksam gemacht. In dieser Saison setzte sie ihre beeindruckende Entwicklung fort. Bei den Hallen-Staatsmeisterschaften verbesserte sie den mehr als 30 Jahre alten österreichischen Rekord über 3.000 Meter Gehen auf 12:50,61 Minuten.
Beim international stark besetzten Gold-Level-Meeting in Poděbrady stellte sie anschließend gleich mehrere nationale Bestmarken auf. Ihre Halbmarathonzeit von 1:37:51 Stunden bedeutete österreichischen Rekord und brachte ihr wertvolle Punkte für die EM-Qualifikation. In Birmingham wartet nun der bisher größte Wettkampf ihrer noch jungen Karriere.
Die Startzeiten der VLV-Athletinnen
Alle Zeiten sind in mitteleuropäischer Sommerzeit angegeben:
- Montag, 10. August, 12:25 Uhr: 100 m Vorlauf Frauen mit Isabel Posch
- Montag, 10. August, 21:10 Uhr: 100 m Semifinale Frauen
- Montag, 10. August, 22:50 Uhr: 100 m Finale Frauen
- Dienstag, 11. August, 20:25 Uhr: 5.000 m Finale Frauen mit Lisa Redlinger
- Samstag, 15. August, 8:30 Uhr: Halbmarathon-Gehen Frauen mit Theresia Emma Mohr
- Samstag, 15. August, 13:40 Uhr: 4 × 100 m Vorlauf Frauen mit Isabel Posch
- Samstag, 15. August, 22:48 Uhr: 4 × 100 m Finale Frauen
Die Vorarlberger Leichtathletik darf sich damit auf eine ganz besondere Europameisterschaft freuen. Drei Athletinnen, drei unterschiedliche Disziplinen und drei beeindruckende Wege nach Birmingham zeigen eindrucksvoll die derzeitige Stärke der VLV-Athletinnen auf internationaler Ebene.
Fotos: Mohr – Schwarz, Posch – ÖLV Marilia Vasilakopoulou, Redlinger – ÖLV A. Nevsimal


